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Montag, 15. September 2008

Zu haben und zu halten

Ich muß geheilt werden
Es ist an der Zeit, etwas wiedergut zu machen
Für all den Spaß
denn der Schaden ist bereits da
Und ich fühle mich krank
Ich bin auf meinen Knien
Und brauche Vergebung
Jemanden, um Zeugnis abzulegen
Von der Güte
Die sich hinter der Sünde verbirgt
Obwohl ich mit allen Arten von Schmutz flirten könnte
Bis ich krank werde
Möchte ich jetzt Erlösung
Von dem Verfall
Nimm es fort

Und irgendwo
Gibt es jemanden, der sich darum sorgt
Mit einem Herzen aus Gold,
jemanden, der mir gedacht ist

- "to have and to hold" depeche mode

Freitag, 4. April 2008

Von „dreckigem“ und „dreckigem“

Um es gleich vorweg zu nehmen: Schriftstellerisch taugt das Buch ja tatsächlich nicht viel. Auch zeugt es nicht grade von abwechselungsreichen Handlungssträngen. Doch wovon Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ lebt, ist die Komödie über Ekel, Sex und völlig abgedrehtem Plemmplemm - und davon gibt es auf jeder Seite wahrlich genug, um auch über mangelnde Kenntnisse des Schriftstellerhandwerks hinweg zusehen. Wer also keine tiefsinnigen lyrischen Ergüsse erwartet und über einen starken Magen verfügt, wird sich köstlich amüsieren.

Gestern dann die Steigerung: Eine gutgelaunte und enorm sympathische Frau Roche gab sich die Ehre, den „Frankfurter Hof“ in Mainz mit einer ihrer Lesungen zu beehren. Gelesen wurden die ersten paar Seiten und ein weiterer Teil inmitten des Buches, von Roche oft unterbrochen durch witzige Anmerkungen oder Unterhaltungen mit dem Publikum. Im Anschluss durften Mutige dann Fragen höchster Peinlichkeit an die Autorin stellen: Ob über Blutsschwesternschaft durch den Ausstausch von Tampons oder das vaginale Einführen von Avacadokernen.

Beendet wurde der Abend mit einer Signierstunde, für diejenigen die ihr Exemplar dabei oder vorort eins gekauft hatten. Ich hatte meins leider nicht dabei. Stattdessen musste eben Irvine Welshs „Drecksau“ hinhalten. Passt ja auch irgendwie.

Charlotte Roche Website
Porträt auf Zeit.de

Donnerstag, 3. April 2008

Uh la la! Le pain de viande!

Die Idee kam schon vor sehr langer Zeit, genauer gesagt vor eineinhalb Jahren mit diesem Text. Und da das Schreiben schon immer eine meiner heimlichen, doch viel zu sporadisch betriebenen Leidenschaften war, wird das nun intensiver Betrieben.

Hintergrund sind kleine Schreibübungen, die gerne während meines Studiums gemacht werden: Ein Stichwort, fünf Minuten Zeit und dann Schreiben ohne groß nachzudenken. Heraus kommt dabei skurilles, lustiges, morbides, langweiliges - alles aus den tiefsten Tiefen der verkümmerten, kranken Seele. Und das wird fortan gebloggt, und zwar unter "Le Pain De Viande".

Voraussichtlich wird der Blog in naher Zukunft noch einige Umstrukturierungen erfahren, seitens Layout, Kategorien etc.
Den Link findet ihr außerdem links in der Navigation unter "Lage + Weile auf...".
Über Kommentare sowie Verlinkungen würde ich mich sehr freuen!

Samstag, 4. November 2006

Click, Cut, Knock!

Noch während ich schlafend auf den kalten Fliesen liege, einzig meine Füße gewärmt von den Schuhen, die ich seit dem Abend vorher trage, höre ich ihre Schritte auf dem Holzverschlag des Treppenhauses.
Mein Ohr liegt press auf dem Sprung in Kachel B3. Wäre es ein Schachbrett.
Ihr schleppender Gang, ihr Gestampfe, ist kaum noch von den Bässen meiner Stereoanlage zu unterscheiden. Sie spielt es noch immer:
"weil sie einsam war - und so blond ihr Haar - und ihr Mund so rot wie Wein" singt Mr. Gore mit gebrochenem Deutsch, zitternd, irgendwo zwischen der wummernden Bassline und den Click ´n´Cut-Beats, wie man sie seit neustem nennt. Für mich klingen sie jedoch wie der Münzeinwurf an Kondomautomaten. Wären Werner Richard Heymann und Robert Gilbert stolz? War es doch Hildegard Knef? Nico von Velvet Underground? Es beunruhigt mich. Marlene Dietrich? Ich weiß es einfach nicht. Aber ich weiß: es ist wirklich alles andere als beruhigend. Beunruhigender ist zudem das Gefühl, dass es jede Sekunde an der Tür *KNOCK!*... da ist es!
Ich öffne meine Augen.
Falsch.
Geht nicht.
Ich öffne das Linke.
Auf dem rechten Auge liege ich drauf. Es schmerzt. Darauf kommt es aber nicht mehr an.
Ich nenne sie Bailey, die kleine Assel, die an meiner schmierigen Pfütze Speichel ihren Morgenspaziergang zelebriert. Fragend schaue ich sie an, ob sie denn nicht einen Schluck nehmen möchte. Ich glaube sie ist nicht dumm.
Es klopft ein zweites Mal an der Tür. Bailey und ich erstarren. Wir schauen uns an. Bailey verschwindet unter den schlecht verarbeiteten Silikonfugen zwischen B2 und A2.
Drecksack, lass mich nur allein!
Mit meiner rechten Hand greife ich blindlos nach oben, auf der Suche nach dem Türgriff. Weiß genau, er wird wieder abfallen und mich somit retten. Weiß aber genau, ich müsste meinen Oberkörper dazu ein stückweit aufrichten.
Es klopft ein drittes Mal und auch an dieser Stelle weiß ich, das würde den ganzen Tag so gehen.
Ich richte mich langsam auf. Fühle wie meine Finger sich beinahe selbstständig um den Türgriff schließen, während mein Kopf sie dafür aufs übelste beschimpft.
Der Griff fällt ab, wie ich es vorrausgesagt habe. Leider zu spät. Die Tür öffnet sich einen Spalt. Wie auch weiter? Liegt doch mein träges Ich mitten im Weg.
Sie zwängt ihren Nagetierartigen Körper hindurch. Wie das zierliche Mäuschen, dass jeden Morgen auf Gleis 6 über die Schienen huscht und im Gemäuer des gegenüber liegenden Bahngleises verschwindet. Morgen bekommt auch dieses einen Namen.
"Ich hole nur noch meinen Benjamini." sagt sie.
Ich lasse mich wieder auf die Fliesen fallen, sehe wie Bailey aus der Fuge spitzelt.
"Ich habe ihn mit Strohrum gegossen und brennen lassen." murmel ich.
Ich spüre ihre Blicke, wie sie meinen Rücken durchbohren. Laseraugen. Brenn Mistkerl, brenn!
Sie verschwindet in das, was von einem Schlafzimmer übrig ist. Stampfend. Wie ein Bauer.
Und ab hier erinnere ich mich nur noch an wenige Dinge: Blumenerde, Scherben, Schmerz und Mr. Gore, wie er mir leise zu singt:
"und wer von diesem Wein trank, konnt´ nie mehr glücklich sein".

Montag, 18. September 2006

Weil der Schmerz immer Recht hat.



Lamb - "Gabriel"

I can fly
but I want his wings
I can shine even in the darkness
but I crave the light that he brings
revel in the songs that he sings
my angel gabriel

I can love
but I need his heart
I am strong even on my own
but from him I never want to part
he's been there since the very start
my angel gabriel
my angel gabriel

Bless the day he came to be
angel's wings carried him to me
heavenly
I can fly
but I want his wings
I can shine even in the darkness
but I crave the light that he brings
revel in the songs that he sings
my angel gabriel