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Montag, 3. März 2008

Der Retromontag - Vol. VIII

Es ist schon eine Schande, dass das hören von Nirvana heute so verpöhnt ist. Das wohl gängigste Argument ist wohl das des auf einen ungerechtfertigenden Kult aufspringenden, unwissenden Teenies. Gefolgt von "nicht alternativ und längst nicht mehr cool, sondern eher lächerlich, wegen des Seattle-Verrats und der Kommerzialisierung und so". Außerdem eh "ausgelutscht".
In gewisserweise stimmt das zwar alles, doch auch nur ansatzweise. Der Hype um die Band, auf T-Shirt abgedruckte Abschiedsbriefe, Massengefertigte Stone Washed Jeans, der Beginn der "Converse Chucks-Welle" und die einhundertste DVD nach dem Tode Kurt Cobains etc. haben dem Andenken der Band schon sehr geschadet. Und auch wenn Nirvana wegbereiter des Alternative-Rocks und bedeutend für die Musikgeschichte waren, so waren sie letztendlich auch nur eine Band mit tollen Songs. Und als solche sollte sie wieder angesehen werden. Weg mit den nervigen Kurt-Cobain-Drogen-Selbstmord-Ausverkauf-Assoziationen.

Im Jahr 1992 spielten Nirvana bei den MTV Music Awards. Die Produzenten der Awards forderten ihre derzeit aktuelle Single "Lithium", gegen den Willen der Band, die lieber "Rape Me" spielen wollte. Aufgrund der für MTV und der damaligen Zeit aber sehr heftigen Lyrics, verboten sie den Song. Nirvana, die sich schon immer gegen die Vorgaben der Musikindustrie und insbesondere MTV lehnten, drohten nun gar nicht mehr aufzutreten. Schlussendlich taten sie es nach einigen Überredungskünsten doch, ließen es sich aber nicht nehmen, zum Anfang des Live-übertragenen Gigs den verantwortlichen Produzenten einen kleinen Schrecken einzujagen.
Ebenfalls zu beachten, sind die tatsächlich nicht gestellten Bass-hochwerf-und-mit-Gesicht-auffang-Künste des damaligen Bassisten und heutigen Politikers Krist Noveselic bei Minute 4:05. Außerdem das mobbende "Hi Axl" des Foo Fighter-Daves zum Ende des Videos, in Anspielung auf den im Publikum sitzenden und unter Nirvana verhassten Guns ´n´ Roses Frontmann Axl Rose.

Nirvana - Lithium (MTV Music Awards | 1992)

Nirvana Website
Nirvana auf MySpace

Montag, 18. Februar 2008

Der Retromontag - Vol. VII

Lange an Ort und Stelle keine alten Schinken mehr ausgegraben. Muss aber auch gestehen dass es schlicht zu viel gute, alte Musik gibt. Glücklicherweise bin ich dann doch seit langem mal wieder über New Order gestolpert, die Beweis genug sein dürften, dass nicht alles aus den Achtzigern schrecklich peinlich ist.

Wer es nicht weiß: New Order sind quasi der Restbestand aus Joy Division, der sich nach dem Freitod des Sängers Ian Curtis bildete. Die Erste Platte "Movement" erschien 1981, den großen Durchbruch erreichten sie dann 1983 mit der Maxi-Single "Blue Monday", die bis heute die weltweit meistverkaufte Vinyl-Maxisingle ist. Ein weiterer Klassiker ist das 1987er "True Faith". Bis zu den Neunziger Jahren folgte Album für Album. In den Neunzigern dagegen nur noch "Republic" (1993).

Erst 2001 erschien ein neuer Longplayer mit dem Namen "Get Ready". Darauf enthalten auch die Hitsingle "Crystal", die trotz der stark gealterten Herren, enormen Anklang bei Jugend und Indiekultur fand und noch bis heute in Clubs rauf und runter gespielt wird. Im übrigen haben The Killers diesem Videoclip tatsächlich ihren Bandnamen zu verdanken. Ein Blick auf die Bassdrum der zum Video gecasteten Band dürfte Aufschluss geben.

Die vorerst letzte Platte "Waiting For The Sirens´ Call" erschien 2005. Seit 2007 besteht New Order aus grade noch aus zwei Mitgliedern. Ob es in Zukunft weitere Platten geben wird, ist ungewiss.

New Order - True Faith (Substance | 1987)


New Order - Crystal (Get Ready | 2001)

New Order Website
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Montag, 26. November 2007

Der Retromontag - Vol. VI

Beim bereits hier erwähnten Back-Marathon-Vollabschuss über die 70er gestoßen und einen wunderbaren Song wieder entdeckt. Weiß nicht wann ich ihn zuletzt gehört hatte. Verbinde aber irgendwie Kindheitserinnerungen damit, auch wenn das Stück bald doppelt so alt ist wie ich. Lag womöglich an dem merkwürdigen Radiosender meiner Eltern. Die Band, The Moody Blues, gibt es tatsächlich bis heute noch und scheint in den USA wohl immernoch äußerst erfolgreich Platten zu verkaufen. Interessiert hier aber eh niemanden.
Ganz, ganz großes Teil:

The Moody Blues - Nights In White Satin (Days Of Future Passed | 1967)

The Moody Blues Website
The Moody Blues auf Wikipedia

Montag, 22. Oktober 2007

Der Retromontag - Vol. V

Nachdem die letzten beiden Wochen meine geliebte musikalische Retrospektive mangels Zeit ausfallen musste, gibt es heute gleich drei Sachen. Alle drei in gewisser weise artverwandt: elektronisch, leicht vocal-lastig und sehr beat-orientiert.
Alle drei Songs stammen aus den neunzigern und sind nicht ganz unschuldig an meiner heutigen Liebe zu synthetischen Klängen und Big Beat. Witzig das solche Songs heute durchaus als Retro durchgehen. Zumindest in meinem Alter.

Als da wäre zum einen The Prodigy´s "Out Of Space" ("No Good" wäre zu offensichtlich gewesen), dass sich wunderbar um einen zuvor relativ unbekannten Vocal-Sample aus der Max Romeo-Version von Lee "Scratch" Perry´s "Chase The Devil" aufbaut. Hab das Video nie verstanden und werd es wohl auch nie verstehen, aber immernoch ein sehr geiler Track!

The Prodigy - Out Of Space (Experience | 1992)

The Prodigy Website
The Prodigy auf MySpace

Zum anderen eine Band, die den wenigsten noch im Gedächtnis geblieben sein dürfte. Der Haufen nannte sich Baby D. und stammte aus England. "Let Me Be Your Fantasy" erschien 1992 und hielt sich mit 40.000 verkauften Exemplaren zwei Jahre in den Top 200, bis es 1994 neu-veröffentlicht wurde und promt mit einer viertel Million verkauften Platten Platz 1 in den UK Charts belegte. Ohrwurmgefahr!
Links zu der Band gibt es keine, da es diese Band heute noch genauso wenig gibt.

Baby D. - Let Me Be Your Fantasy (Deliverence | 199?)


Und zu guterletzt Richard Melville Hall oder besser bekannt als Moby, der mir persönlich das erste mal mit "Feeling So Real" unter die Ohren gekommen ist. Auch diesen Track zu posten wäre mehr als öde gewesen, sei er noch so gut. Stattdessen habe ich mich lieber für die damalige Nachfolge-Single "Everytime You Touch Me" entschieden, die zwar für meinen heutigen Geschmack ein ganzes Stück zu Euro-Dance ist, ich sie aber damals abgöttisch geliebt habe.

Moby - Everytime You Touch Me (Everything Is Wrong | 1995)

Moby Website
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Montag, 1. Oktober 2007

Der Retromontag - Vol. IV

Heute: Michael Stipe & Co. auf Ecstasy. Ganz furchtbares Video, so viel gute Laune das einem schon übel wird und auch das Strahlemann-Image stand R.E.M. nicht besonders. War aber nun mal der Song, der mich im zarten Alter von acht Jahren zum ersten Mal dieser wunderbare Band näher gebracht hat. Inzwischen gehört "Automatic For The People" (1992) zu meinen All-Time-Favourites, jedes weitere neue Album wird vom Fleck weg blindlings gekauft und leidenschaftlich tot gehört, und auch live kamen bei mir bisher nur wenige Künstler auch nur annährend an R.E.M.
Die gute Dame in dem Video ist übrigens Kate Pierson von den B-52´s, aber das nur so nebenbei.

R.E.M. - Shiny Happy People (Out Of Time | 1991)

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Montag, 17. September 2007

Der Retromontag - Vol. II

Es wäre ein leichtes gewesen "Light My Fire" oder "Break On Through" zu posten. Sicherlich sind diese immernoch Kracher, aber es sollten auch mal wieder andere gute Songs der Doors eine Chance bekommen. Denn sieht man ihre Produktivität in ihrem etwas mehr als 10-jährigen Bestehen mal in Relation, so haben die Doors auch sehr viel Scheiße ein paar weniger gute Songs gehabt. Das meine ich nicht handwerklich gesehen, denn in dieser Hinsicht haben die Herren wahre Strebermusik gemacht. So wie "Touch Me".

The Doors - "Touch Me" (The Soft Parade | 1969)

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Montag, 10. September 2007

Der Retromontag - Vol. I

Eine Rubrik, die zum einen aus mangelnder Zeit unter der Woche nötig ist. Zum anderen mir eh längst vorschwebte, weil ich einfach auf alte Musik-Schinken stehe. Zudem sollte dieser Blog als angehender Themen-Blog sowieso mal umstrukturiert werden ;-)

Also ab sofort jeden Montag an dieser Stelle etwas aus längst vergangenen und womöglich vergessenen Tagen, ohne viel blahblah, pillepalle und pipapo.

Den Anfang musste bei mir ja zwingend Depeche Mode machen. Eine Band die zu damaliger Zeit zwar durchaus suspekt war, es aber heute noch als eine der wenigen Bands aus den 80er zu Erfolg und einer wachsenden Fangemeinde bringt.
"Photographic" war der erste Song den Depeche Mode je aufgenommen haben. Auch wenn er nie als Single veröffentlicht wurde, zählt er heute noch zu den DM Kultsongs und wurde sogar auf der letzten Tournee ("Touring The Angel", 2005/06) noch gerne als Zugabe gespielt.
Hier allerdings als Live Version aus dem Konzert-Video(!) "The World We Live In And Live In Hamburg" (1984)

Depeche Mode - Photographic (Speak & Spell | 1981)

Depeche Mode Website
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